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Schwäbischer Wald

Winter-Kultur-Tage 2022: Magische Momente

Artikel vom 04.04.2022

Große Winterkultur-Abschlussgala in Auenwald

Die beliebte Gala der Winter-Kultur-Tage fand bereits zum 13. Mal statt - und erstmals zum Abschluss der Kulturreihe. Bürgermeister Kai-Uwe Ernst begrüßte die Gäste in der ausgebuchten Auenwaldhalle, die aus Corona-Gründen etwas lockerer bestuhlt war. Er berichtete von der langen Vorbereitungszeit seit Ende 2020 und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass alle Künstler zur Stange gehalten hatten.

Die Gala, ganz im Zeichen des Benefiz-Gedankens für die Menschen in der Ukraine, startete nach der Begrüßung mit einem Bericht von Bärbel Raitzig, die sich gemeinsam mit weiteren ehrenamtlichen Helfern stark für die Unterbringung von Flüchtlingen in Auenwald engagiert. Raitzigs Erfahrungen aus erster Hand verbunden mit der Werbung für Spenden zeigte ein klares Bild der aktuellen Situation und ebenso der großen Hilfsbereitschaft der Menschen.

Ein kleines Attentat hatte Moderator Charley Graf auf den Landrat und Vorsitzenden des Schwäbischer Wald Tourismus geplant. Er führte Richard Sigel mit einigen unerwarteten Fragen auch auf dünnes Eis: Quiz-Fragen zu den Themen Wirtschaft, Sport, Kultur und Natur meisterte er dann mit Hilfe der Schwäbischen WaldFee aber doch. Sein Fazit: Der Schwäbische Wald ist noch immer ein Geheimtipp, ein Refugium, um die Seele baumeln zu lassen.

Gut gelaunt und mit ebenso launigen Sprüchen führte Graf weiter durch das Programm. Für die Ansage der Kunstradfahrerin Viola Brand gab es sogar eine Ansage auf Englisch, die einem Michael Buffer aus den 1990ern alle Ehre gemacht hätte. Die hochdekorierte Artistin bewies auf der schmalen Bühne ihr Können, mit dem sie bis wenige Tage vor der Gala die Halbzeitpausen in der NBA-Basketball League in den USA füllte. Mit Eleganz und Leichtigkeit bewegte sie sich. Fließende, tänzerische Bewegungen von großer Kraft und Anmut bezauberten die Zuschauer.

Dann Auftritt der Fußballartisten mit eigenem Vorspann: „Sie sind jung, sie sind sportlich und sie sind Weltrekordhalter“. Miriam Willems und Sebastian Heller präsentierten heiße Rhythmen und schnelle Jonglage - ein Hauch von Zumba und Rio de Janeiro. In ihrem zweiten Auftritt zeigten die Fußballartisten Jonglierkunst verbunden mit High-Tech: mit Lichtstangen, in deren drehenden Bewegungen für kurze Zeit virtuelle Leinwände erschienen. Sie projizierten Farben, Botschaften, Worte und Bilder, die eine einmalige Atmosphäre in den Saal und „großes Kino“ auf die Bühne brachten.

Für den richtigen „Groove“ sorgte Pianist Frieder Berlin, der sich in langen Jahren beim SWR einen Namen als der wohl profilierteste Jazzkenner in ganz Deutschland gemacht hat. Berlin, selbst ein hervorragender Jazzmusiker, kam auf die Bühne, legte los und präsentierte sein ganzes Können mit grandioser Leichtigkeit.
Mit dabei hatte er eine Eigenkomposition, deren Thema er sich an einer roten Ampel im Stadtverkehr kurz selbst aufs Handy gesungen hatte. Der Vollblutmusiker erklärte, die Rotphase habe für das Hauptthema genügt, der Rest habe sich schnell daraus ergeben - zur großen Freude des Publikums.

Wie wichtig die Schwaben für das Weltgeschehen seien, erklärte Multitalent Bernd Kohlhepp, der Schwabe aus Leidenschaft, alias „Herr Hämmerle“. Als Beispiel benannte er Martin Luther zu Wittenberg, der für das Befestigen seiner Thesen Nagel und Hammer vergessen hatte. Und wer wohl konnte mit Werkzeug aushelfen? Ein Schwabe! Kohlhepp spannte einen herrlich-kurzweiligen Bogen von der Reformation bis hin zur Digitalisierung und seinen neuen voll-vernetzten Küchengeräten, denen er nachts zuhören könne „Wenn der Toaster mit dem Kühlschrank spricht“. Schwäbische Gedichte wurden zu Songs und schwäbische Lieder im Elvis-Presley-Stil ins Mikrofon geschmettert.
Eine Zugabe der besonderen Art bot der Großerlacher Bürgermeister Christoph Jäger. Er kam als Überraschungsgast und Musiker „Liedermacher Chris“ gemeinsam mit seinem Duo-Partner Sepp Steinkogler.

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