Der Schwäbische Wald lädt zu Grenzgängen ein, zu Ausflügen an den obergermanischen Limes, der vor fast 1900 Jahren die Außengrenze des Imperium Romanum, des Römischen Weltreiches, markierte.
Hier gibt es jede Menge Gelegenheiten, das einstige Grenzland der Römer persönlich kennen zu lernen – auf eigene Faust, im Rahmen einer Führung mit unseren Limes-Cicerones oder gar aus der Vogelperspektive.
Der Limes und seine Befestigungsanlagen sind bis in unsere Zeit erlebbare Geschichte geblieben. Oberhalb des Ebnisees befindet sich heute eines der besterhaltenen Teilstücke des Grenzwalls. Der Limeswanderweg verläuft dort direkt auf ihm und führt zum Wachturm beim Spatzenhof, dem höchstgelegenen im ganzen Schwäbischen Wald.
Bei Mainhardt-Gailsbach und bei Großerlach-Grab erheben sich markante Rekonstruktionen römischer Wachtürme aus der Landschaft, und auch der Wehrgang am Westtor des Welzheimer Ostkastells kann bestiegen werden. Ein Riesenspaß für kleine und große Kinder.
Das Gebiet von Welzheim war in Römerzeiten von besonderer strategischer Bedeutung: Dort befanden sich im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus gleich drei Kastelle. Zwei von ihnen sind heute noch erhalten. Das Ostkastell mit seinem prächtigen Westtor und dem Badehaus ist heute ein reizvoller archäologischer Park. Das etwas nördlich von Welzheim gelegene Kleinkastell Rötelsee soll auf der weiten Hochfläche des Welzheimer Waldes als Grenzstation gedient haben.
Die Heimatmuseen der einstigen Kastellorte Mainhardt, Murrhardt und Welzheim sind mit Römerfunden gut bestückt und können auch mit Führungen kombiniert werden (siehe Limes-Cicerones).
Trotz all der Wehranlagen ist der Limes keine ausgesprochen kriegerische Grenze gewesen. Die Kundschafter, die von den Kastellen aus die nahezu unbewohnte germanische Barbarei jenseits ihrer Waldschneise erforschten, suchten weniger den Kampf als den Kontakt mit den Germanen.
Auf Legionäre – also echte Römer – dürften die alten Germanen hier zu Lande übrigens nur selten gestoßen sein. In den Kastellen und auf den Wachtürmen dienten Angehörige unterworfener Volksstämme in den sogenannten Auxiliartruppen – Briten etwa oder auch Portugiesen. In Murrhardt war allerdings eine Kohorte römischer Freiwilliger postiert.